Sebacil® 50% ad us. vet., Lösung
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Provet AG

Sprüh- und Waschbehandlung bei Rindern, Schafen und Schweinen

ATCvet: QP53AF01

 

Zusammensetzung

100 ml enthalten 50 g Phoximum (O-(α-Cyano­benzylidenamino)-O', O''-diethylthiophosphat). Excip. ad sol. pro 100 ml.
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Phoxim
 

Eigenschaften / Wirkungen

Phoxim ist ein Ektoparasitikum der Organophosphat-Gruppe. Organophosphorsäureester sind Inhibitoren der Cholinesterase an den Nervenganglien. Sebacil hat eine hohe acaricide und insektizide Wirkung kombiniert mit einer tiefen Toxizität bei Säugern.
 

Pharmakokinetik

Phoxim wird nach erfolgter Resorption in nicht toxische Bestandteile hydrolisiert und hauptsächlich über den Urin ausgeschieden.
 

Indikationen

Zur äusseren Behandlung gegen Ektoparasiten bei Schaf, Schwein und Rind; insbesondere zur Räudebekämpfung. Zur Bekämpfung von Psoroptes−, Sarkoptes- und Chorioptes-Milben, Läusen, Haarlingen, Schaflausfliegen, Fliegen, Zecken sowie von Fliegenlarven in Wunden.
 

Dosierung / Anwendung   

1.Läuse, Haarlinge, Schaflausfliegen, Fliegen, Zecken sowie Fliegenlarven in Wunden:
Einmalige Behandlung. 10 ml Sebacil werden in 10 l Wasser gemischt.
2.Psoroptes-, Sarkoptes- und Chorioptes-Milben: Zweimalige Behandlung im Abstand von 7 Tagen. 10 ml Sebacil werden in 10 l Wasser gemischt. Für die Behandlung besonders starker Räudeinfestation werden 20 ml Sebacil in 10 l Wasser gemischt.
3.Zur Räudebekämpfung bei Rindern ist eine 3-malige Besprühung mit 0,025% Phoxim in Abständen von 7 Tagen angezeigt. Dazu werden 5 ml Sebacil in 10 l Wasser gemischt.
 

Tauchbad zur Behandlung der Schafräude:

Die genaue Wassermenge im Tauchbad ermitteln.
1.Anfangsfüllung: In 1000 l Wasser wird 1 l Sebacil emulgiert. Die je nach Badgrösse benötigte Menge Sebacil wird in 10 - 20 l Wasser vorgemischt und dann unter kräftigem Umrühren dem Bad zugegeben. Wenn 10 - 20% der Badeflüssigkeit verbraucht sind, soll eine Nachfüllung erfolgen.
2.Nachfüllung: Auf 100 l nachzufüllenden Wassers werden 200 ml Sebacil zugegeben. Die benötigte Menge Sebacil wird in 10 - 20 l Wasser vorgemischt und dann unter kräftigem Umrühren dem Bad zugegeben.
 

Waschbehandlung:

Die Waschbehandlung ist besonders für Einzeltiere geeignet. Die Flüssigkeit wird am besten mit einem Schwamm auf das Tier gebracht, dabei muss der gesamte Tierkörper befeuchtet werden.
 

Sprühbehandlung:

Sprühgeräte aller Art können benutzt werden. Beim Besprühen soll der Druck 5 atü nicht unterschreiten. Der gesamte Tierkörper muss gründlich durchfeuchtet werden, besonders die Bereiche in und um die Ohren, zwischen Beinen und Euter und unter dem Schwanz. Benötigte Mengen Gebrauchsemulsion beim Besprühen:
Kuh, Rind  ca.    3 - 4 l
Schafca.    2 - 3 l
Schweinca. 0,5 - 1 l
 

Tauchbad:

Der Flüssigkeitsverbrauch pro Schaf ist unterschiedlich und hängt vor allem von der Wollänge und der Aufenthaltsdauer der gebadeten Tiere auf der Abtropfplatte (Menge des Rückflusses) ab. Nimmt man einen mittleren Verbrauch von 3,5 l pro Tier an, dann sollte bei einem kleinen Bad von 1000 l Fassungsvermögen die Nachfüllung nach dem Baden von etwa 30 - 60 Tieren erfolgen, bei grösseren Bädern entsprechend später (4000 l Bad nach 120 - 240 Schafen). Ist die Behandlung von Schafen in einem Tauchbad nicht an einem Tag beendet, soll die erforderliche Nachfüllung am darauffolgenden Tag unmittelbar vor Beginn des Badens erfolgen. Auf diese Weise kann eine Badfüllung an 3 aufeinanderfolgenden Tagen benutzt werden. Wenn am 4. Tag das Bad weiter benutzt werden soll, muss es wie zu Beginn neu mit Produkt gefüllt werden (siehe Anfangsfüllung); aus hygienischen Gründen empfiehlt sich ebenfalls die Füllung mit neuem Wasser.
 

Hinweise zur Räudebekämpfung:

Gesamtbestand behandeln. Im Tauchbad Tiere vollständig untertauchen und jedes Tier etwa ½ Minute im Bad belassen. Bei Sprühen im Fall starker Räude vorhandene Kruste aufweichen. Mögliche In­fes­tations­quel­len wie Ställe, Weidezäune und Stallgeräte ebenfalls besprühen.
 

Überdosierung

Überdosierung kann wie bei anderen Organophosphorsäureestern zu Nebenwirkungen bzw. Vergiftungserscheinungen führen wie z.B. übermässiges Speicheln, Nystagmus, Diarrhoe, Ataxien, Krämpfen, Atemnot und Bewusstlosigkeit. Sollten solche spezifischen Symptome beim Tier und Anwender auftreten, sollte ein Tierarzt bzw. ein Arzt aufgesucht werden. In Vergiftungsfällen ist die frühzeitige i.m. Injektion von Atropinsulfat in 1%iger Lösung wie folgt zu dosieren:
 
Mensch0,2 ml (2 mg)
Rind8 - 10 ml
Kalb, Schaf und Schwein2 - 5 ml
Wiederholung, wenn nötig, nach 15 - 30 Minuten.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Ausgeschlossen ist die Anwendung an Tieren mit Lungenkrankheiten.
Sebacil sollte nicht bei kranken oder gestressten Tieren oder in der Rekonvaleszenz angewendet werden, insbesondere ist bei der Anwendung bei Tieren mit Herzinsuffizienz, Bronchospasmus, Krampfneigung, Leber- oder Nierenerkrankungen besondere Vorsicht geboten.
Eine Woche vor dem erwarteten Geburtstermin sollte Sebacil nicht mehr bei tragenden Sauen angewendet werden. Nicht bei Tieren anwenden, deren Milch für den menschlichen Konsum vorgesehen ist.
 
Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
In der empfohlenen Dosierung sind Nebenerscheinungen nicht zu erwarten.
 

Absetzfristen   

Essbares Gewebe:Rind30 Tage
 Schwein9 Tage
 Schaf42 Tage
 
Nicht bei Tieren anwenden, deren Milch für den menschlichen Konsum vorgesehen ist.
 

Wechselwirkungen

Sebacil soll nicht gleichzeitig mit anderen Cholin­es­te­ra­se­hem­mern verabreicht werden. Muskelrelaxantien vom Succinyldicholintyp sollten 10 Tage vor und 10 Tage nach der Behandlung mit Sebacil nicht verabreicht werden.
 

Sonstige Hinweise

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!
Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) lagern.
Nach Anbruch 6 Monate haltbar.
Nach Mischen mit Wasser 48 Stunden haltbar.
 
Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden. Sebacil darf nicht in Gewässer gelangen. Reste der Spritz- oder Badeflüssigkeit nicht in Gewässer, Abflüsse, Entwässerungs- oder Strassengräben, Schächte, Drainagen fliessen lassen.
 

Vorsichtsmassnahmen für den Anwender

Phoxim hat hautsensibilisierende Eigenschaften und ist leicht reizend für Haut und Augen. Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff sollten den Kontakt mit dem Präparat vermeiden.
Phoxim ist ein Organophosphat. Wenden Sie es nicht an, wenn Sie ärztliche Anweisung erhalten haben, nicht mit dieser Wirkstoffgruppe zu arbeiten. Wenn Sie sich schon früher nach Anwendung eines anderen Präparat, das ein Organophosphat enthielt, unwohl gefühlt haben, fragen Sie ihren Arzt bevor Sie dieses Präparat handhaben und legen sie die Packungsbeilage vor.
 

Hinweis für den Arzt:

Vergiftungen durch Organophosphate kommen durch eine Blockade der Acetylcholinesterase zustande, die zu einer Anreicherung von Acetylcholin und damit zu einer gesteigerten Aktivität des Parasympathicus führt. Vergiftungssymptome sind: Kopfschmerz, Abgeschlagenheit, Schwäche, Verwirrung und Verlust der Sehschärfe, starkes Schwitzen und hochgradiger Speichelfluss, krampfartige Bauchschmerzen, Druckgefühl in der Brust, Durchfall, verengte Pupillen und starke Bronchialsekretion. Diese Symptome können bis zu 24 Stunden nach einer Exposition auftreten. Schwere Vergiftungen können generalisierte Muskelzuckungen, Koordinationsverlust sowie Atemnot und Krämpfe, die ohne medizinische Behandlung zu Bewusstlosigkeit führen können, hervorrufen. Bei Vergiftungsverdacht ist der Patient symptomatisch zu behandeln und umgehend zu hospitalisieren!
 
Bei der Anwendung in geschlossenen Stallräumen ist für gute Belüftung zu sorgen. Bei der Behandlung im Freien darf nicht gegen den Wind gesprüht werden.
Alle benutzten Geräte sind nach dem Gebrauch gründlich zu reinigen.
Tragen Sie bei der Sprühanwendung der Lösung (insbesondere, wenn der Sprühnebel auch in Kopfhöhe und darüber zur Anwendung kommt) eine Schutzausrüstung wie nachstehend beschrieben. Verwenden Sie während der Vorbereitung der Lösung und der Anwendung als Wasch- oder Tauchbad sowie beim Besprühen von Stalleinrichtung (bis zu einer Höhe von etwa 1,60 m) Einweg-Nitrilhandschuhe, Schutzkleidung (langärmeliges Oberteil, lange Hosen, Gummistiefel, wasserfeste Schürze) und eine Schutzbrille.
Befolgen Sie alle geltenden Sicherheitsvorschriften.
 
Vermeiden Sie direkten Kontakt des Produktes oder der hergestellten Sprühlösung mit der Haut, den Schleimhäuten und den Augen. Bei versehentlichem Hautkontakt ist die Haut mit Wasser und Seife zu waschen. Wenn das Präparat versehentlich auf Schleimhäute oder ins Auge gelangt, ist reichlich mit Wasser zu spülen.
 
Während der Handhabung des Konzentrates oder der Lösung nicht essen, trinken oder rauchen. Sprühnebel nicht einatmen. Das Produkt nicht in Gegenwart von ungeschützten Personen anwenden.
 
Waschen Sie nach der Anwendung und dem Ablegen der Schutzkleidung die Hände mit Wasser und Seife.
 

Schutzausrüstung und Vorsichtsmassnahmen für die Sprühanwendung

Schutzanzug mit Kapuze:

Kategorie Ill, Typ 4 (sprühdichte Kleidung) gemäss EU-Bestimmungen. Befestigen Sie die Ärmelöffnung des Arms, mit dem Sie die Sprühlanze in Düsennähe festhalten, mit Klebeband am Schutzhandschuh.
 

Gesichtsmaske und Filter:

Gesichts-Vollmaske mit Kombinationsfilter A2P3 oder höher. Falls Sie einen charakteristischen aromatischen Geruch wahrnehmen, überprüfen Sie den Sitz der Maske oder wechseln Sie den Filter.
 

Schutzhandschuhe:

Nitrilhandschuhe gemäss EN 374, Permeationsstufe 4 (> 120 Minuten) oder höher. Überschreiten Sie nicht die für die jeweilige Schutzausrüstung angegebene maximale Expositionszeit.
 

Produkt (Konzentrat)

Vermeiden Sie Hautkontakt mit dem Produkt. Wechseln Sie die Handschuhe bzw. den Schutzanzug, wenn diese offensichtlich mit dem Produkt in Kontakt gekommen sind. Bei versehentlichem Hautkontakt ist die Haut mit Wasser und Seife zu waschen. Wenn das Präparat versehentlich ins Auge gelangt, ist das Auge mit reichlich Wasser auszuspülen.
 

Sprühlösung

Achten Sie bei der Ausbringung und beim Umkleiden darauf, dass zu keiner Zeit Lösung auf die Haut gelangt. Waschen Sie nach dem Ablegen der Schutzkleidung die Hände mit Wasser und Seife. Tragen Sie jeden Schutzanzug nur einmal.
 

Umweltsicherheit:

Phoxim wirkt hochtoxisch auf Fische, wirbellose Wassertiere und Bienen. Zusätzlich ist bei der Ausbringung von Stalldung behandelter Tiere oder aus behandelten Stallungen auf bewirtschaftetes Land ein Sicherheitsabstand von 10 Metern zu benachbarten Oberflächengewässern einzuhalten, um eine Kontamination von Gewässern zu verhindern. Bei der Anwendung als Tauchbad sind folgende Vorsichtsmassnahmen zu beachten: Das Bad muss wasserdicht ausgeführt sein. Ein Mindestabstand von 10 Meter zu Oberflächengewässern und von 50 Meter zu Brunnen oder Quellen ist einzuhalten. Eine geeignete Abtropffläche, auf der die Schafe mindestens 10 Minuten nach dem Tauchbad verweilen müssen, ist bereitzustellen.
 

Beseitigungsanleitung für Parasitenbäder und Reste von Behandlungslösungen /Viehbäder:

Bad nach Gebrauch mit 1 kg gebranntem Kalk, (CaO) oder Kalkhydrat (Ca(OH)2) pro 100 l Bad versetzen und gut umrühren. Mindestens drei Tage stehen lassen. Anschliessend die gekalkte Badeflüssigkeit in eine Güllengrube einleiten oder breitflächig auf Brachland, frisch gemähte oder abgeweidete Wiese, bzw. Weide, ausbringen. Bei dieser Arbeit ist sicherzustellen, dass Grund-, Quell- oder Oberflächenwasser nicht verunreinigt werden.
 

Überschüssige Wasch- und Sprühlösungen:

Überschüssige Wasch- und Sprühlösungen in eine Güllegrube giessen oder 10fach verdünnt breitflächig auf Brachland verteilen (Giesskanne).
 

Packungen

Flaschen zu 250 ml und 5000 ml

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 43'848

Informationsstand: 12/2013

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
©2017 - Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Winterthurerstrasse 260, 8057 Zürich, Schweiz
Es kann keinerlei Haftung für Ansprüche übernommen werden, die aus dieser Webseite erwachsen könnten.