Ivomec® Plus ad us. vet., Injektionslösung
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Biokema SA

Behandlung und Bekämpfung von Endoparasiten, einschliesslich Leberegel, sowie von Ektoparasiten bei Rindern.

ATCvet: QP54AA51

 

Zusammensetzung

Ivermectinum10 mg
Clorsulonum100 mg
Glyceroli formalum,  
Propylen glycolum qs ad1.0 ml
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Clorsulon - Ivermectin
 

Eigenschaften / Wirkungen

Ivomec plus kombiniert Ivermectin, das für die Kontrolle der Endo- und Ektoparasiten eingesetzt wird, mit dem Fasziolizid Clorsulon.
 
Eine einzelne Injektion von Ivomec Plus bietet alle Vorteile von Ivermectin und gewährleistet darüber hinaus die Kontrolle adulter Fasciola hepatica und F. gigantica. Ivomec Plus kann in Gegenden, in denen Leberegel eine wirtschaftlich relevante Rolle spielen, eingesetzt werden.
Ivomec Plus ist eine gebrauchsfertige sterile Lösung von 1% Ivermectin und 10% Clorsulon.
 
Ivermectin inaktiviert parasitierende Nematoden, Arachniden und Insekten durch gezielten Effekt auf das Nervensystem der Parasiten. In therapeutischer Dosierung wird Ivermectin von Rindern gut vertragen, da es im allgemeinen kaum in das zentrale Nervensystem eindringt, wo GABA als Neurotransmitter vorkommt.
Clorsulon wirkt durch Unterbrechung metabolischer Vorgänge im Leberegel, das heisst durch Blockade von Enzymen, die für dessen Energieproduktion von Bedeutung sind.
 

Pharmakokinetik

Die Plasmaprofile zeigen eine langsame, regelmässige Ivermectin-Absorption mit einem Höchstwert am Tag 7 nach Verabreichung, während die Absorption von Clorsulon mit einem Höchstwert 8 Stunden nach Applikation rasch erfolgt. Die höchsten Ivermectin-Rückstände werden in der Leber (Höchstwerte 7 Tage nach Verabreichung) und danach im Fett gefunden. Ivermectin wird vorwiegend im Kot ausgeschieden. Hauptkomponente ist dabei der unveränderte Wirkstoff. Die höchsten Clorsulon-Rückstände werden in den Nieren (am dritten Tag nach der Applikation) gefolgt von der Leber, gefunden.
 

Indikationen

Ivomec Plus ist angezeigt zur Behandlung und Bekämpfung der nachfolgenden Parasiten:
 

Magen- und Darmrundwürmer:

Ostertagia spp. (adulte, L3 und L4, einschliesslich inhibierte Ostertagia ostertagi)
Haemonchus placei (adulte, L3 und L4)
Trichostrongylus spp. (adulte und L4)
Cooperia spp. (adulte und L4)
Oesophagostomum radiatum (adulte, L3 und L4)
Nematodirus spp. (adulte)
Strongyloides papillosus (adulte)
Bunostomum phlebotomum (adulte, L3 und L4)
Toxocara vitulorum (adulte)
 

Lungenwürmer:

Dictyocaulus viviparus (adulte, L4 und inhibierte L5)
 

Andere Rundwürmer:

Parafilaria bovicola (adulte)
Thelazia spp. (adulte)
 

Leberegel:

Fasciola hepatica (adulte); Mit der empfohlenen Dosis werden unreife (8 Wochen alte) Stadien nur zum Teil erfasst.
Fasciola gigantica (adulte)
 

Dasselfliegen (parasitische Stadien):

Hypoderma spp.
 

Läuse:

Haematopinus eurysternus
Linognathus vituli
Solenopotes capillatus
 

Räudemilben:

Psoroptes communis var. bovis
Sarcoptes scabiei var. bovis
 
Das Präparat kann auch zur Behandlung von Chorioptes bovis und Damalinia bovis eingesetzt werden, aber die Elimination der Parasiten kann unvollständig sein.
Mit der empfohlenen Dosis von 1 ml pro 50 kg KGW kontrolliert Ivomec Plus wirksam bis mindestens 7 Tage nach der Behandlung Infektionen von Ostertagia spp. und Cooperia spp., sowie bis mindestens 14 Tage nach der Behandlung Infektionen von Dictyocaulus viviparus.
 

Behandlung gegen Rinderdasseln:

Ivomec plus ist hochwirksam gegen alle Stadien der Rinderdasseln, jedoch sollte der Behandlungszeitpunkt richtig gewählt werden. Der günstigste Zeitpunkt ist unmittelbar nach Ende der Schwärmzeit der Dasselfliege. Werden Hypoderma-Larven zu einem Zeitpunkt abgetötet, zu dem sie sich in lebenswichtigen Bereichen des Wirtes befinden, können unerwünschte Wirt-Parasit-Reaktionen auftreten, bis hin zum Todesfall. Das Abtöten von Hypoderma lineatum im oesophagealen Gewebe kann Blähungen verursachen. Wird Hypoderma bovis im Wirbelkanal abgetötet, kann es zu kollerartigen Symptomen oder Lähmung kommen. Diese Reaktionen sind nicht spezifisch für Ivermectin und können bei jeder erfolgreichen Dasselbehandlung auftreten. Rinder sollten deshalb entweder vor oder nach der Entwicklung dieser Stadien der Dasselfliege behandelt werden. Tiere, die nach Ende der Schwärmzeit mit Ivomec plus behandelt wurden, können in der Wintersaison erneut damit gegen Endoparasiten, Räudemilben oder Läuse behandelt werden, ohne Gefahr von Reaktionen in Zusammenhang mit Dasselfliegen.
 

Dosierung / Anwendung   

Ivomec plus sollte nur subkutan in einer Dosierung von 1 ml pro 50 kg KGW (entsprechend 0.2 mg Ivermectin und 2 mg Clorsulon pro kg KGW) verabreicht werden.
Bei kühlen Temperaturen erhöht sich die Viskosität des Produktes. Die Applikation von Ivomec plus bei Temperaturen von 5°C und darunter kann Schwierigkeiten bereiten. Durch Erwärmen des Produktes und des Injektionsgerätes auf mindestens 15°C lässt sich das Dosieren erleichtern. Dosen über 10 ml sollten auf 2 Injektionsstellen verteilt werden. Andere parenteral zu applizierende Arzneimittel sollten nicht an der gleichen Stelle gegeben werden.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen:

Nicht intramuskulär oder intravenös verabreichen.
 

Vorsichtsmassnahmen:

Bei empfohlener Dosierung wurde die Zuchtleistung von Kühen oder Bullen nicht negativ beeinflusst. Der häufige und wiederholte Einsatz sowie Unterdosierung kann zu Resistenzentwicklung führen.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Vereinzelt kann es zu momentanem Unbehagen sowie vorübergehenden Schwellungen an der Injektionsstelle kommen - Reaktionen, die jedoch ohne Behandlung wieder abklingen.
 

Absetzfristen   

Essbares Gewebe: 66 Tage.
Milch: Laktierende Tiere sind von der Behandlung auszuschliessen. Nicht innerhalb von 28 Tagen vor dem Kalben behandeln.
 

Wechselwirkungen

Bei vorher durchgeführter Lungenwurmvakzinierung sollte die Behandlung mit Ivomec plus nicht vor Ablauf von 14 Tagen nach der zweiten Vakzinierung durchgeführt werden.
 

Sonstige Hinweise

-Durch Ivermectin im Kot werden bestimmte Arten der Dungfauna (z.B. Fliegenlarven und Dungwürmer) in ihrer Entwicklung beeinträchtigt. Der Dung­abbau wird jedoch nicht verzögert. Wie Studien belegen, wird Ivermectin nach erfolgter Ausscheidung an Bodenbestandteile gebunden und so langsam freigesetzt, dass ein relevanter Übergang in Gewässer nicht zu erwarten ist.
Da freies Ivermectin für Fische und bestimmte im Wasser lebende Organismen gefährlich sein kann, sollten Behältnisse und Arzneimittelreste unschädlich beseitigt werden. Bei richtigem Gebrauch sind von Clorsulon keine Gefahren für die Umwelt zu erwarten.
-Vor Licht schützen, Flasche in Schachtel und unterhalb 25°C aufbewahren.
-Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
-Aufbrauchfrist nach erster Entnahme: 28 Tage.
-Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit "Exp." angegebenen Datum verwendet werden.
 

Packungen

Flasche zu 50 ml

Abgabekategorie: A

Swissmedic Nr. 51'437

Informationsstand: 04/2011

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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