Equimax® ad us. vet., Paste
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Virbac (Switzerland) AG

Antiparasitäre Paste zur oralen Anwendung beim Pferd

ATCvet: QP54AA51

 

Zusammensetzung

1 g enthält: Ivermectin 18,7 mg; Praziquantel 140,3 mg
Excip. ad pastam
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Ivermectin - Praziquantel
 

Eigenschaften / Wirkungen

Ivermectin ist ein makrozyklisches Lakton-Derivat mit breitem Wirkungsspektrum gegen Nematoden (Rundwürmer) und Arthropoden (Gliederfüssler). Es wirkt durch Hemmung der Impulsübertragung zwischen Nervenzellen und zwischen Nerven- und Muskelzellen, was zur Lähmung und später zum Tod der Parasiten führt.
Praziquantel ist ein pyrazinoisoquinolisches Derivat, dessen anthelmintisches Spektrum gegen viele Zestoden- und Trematodenarten wirksam ist. Es reduziert vor allem die Beweglichkeit und schwächt die Saugfunktion der Zestoden.
Es wirkt durch Schwächung der neuromuskulären Koordination, aber auch durch Störung der Membranpermeabilität des Integuments der Würmer. Dies führt zu einem erhöhten Verlust an Kalzium und Glucose und bewirkt eine spastische Lähmung der Muskulatur der Parasiten.
 

Pharmakokinetik

Ivermectin wird nach oraler Gabe aus dem Magen-Darmtrakt teilweise resorbiert, wobei maximale Plasmakonzentrationen nach wenigen Stunden erreicht werden. Die Plasmahalbwertszeit beträgt ca. 3 Tage; die Ausscheidung von Ivermectin und seinen Metaboliten erfolgt über die Galle und den Kot. Praziquantel wird schnell und fast vollständig resorbiert; die maximale Plasmakonzentration wird nach kurzer Zeit erreicht. Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich über die Niere.
 

Indikationen

Behandlung von Pferden mit Befall durch adulte und immature Nematoden (Rundwürmer), Zestoden (Bandwürmer) und Magenbremsen-Larven (Gasterophilus spp.).
 

Nematoden (Rundwürmer):

Grosse Strongyliden: Strongylus vulgaris, Strongylus edentatus, Strongylus equinus, Triodontophorus.
Kleine Strongyliden: Cyathostomum, Cylicocylus spp., Cylicostephanus spp., Cylicodontophorus spp., Gyalocephalus spp.
Spulwurm: Parascaris equorum
Pfriemenschwanz: Oxyuris equi
Kleiner Magenwurm: Trichostrongylus axei
Zwergfadenwurm: Strongyloides westeri
Habronema: Habronema muscae, Draschia spp.
Kutane Habronematidose: Hautläsionen hervorgerufen durch Habronema spp., Draschia spp. Hautlarven (Sommerwunden).
Onchocerca: Onchocerca spp. microfilariae (kutane Onchozerkose).
Lungenwürmer: Dictyocaulus arnfieldi
 

Zestoden (Bandwürmer):

Anoplocephala perfoliata, Anoplocephala magna, Paranoplocephala mamillana.
 

Insekten (Magenbremse):

Gasterophilus spp. (Larven)
 

Dosierung / Anwendung   

Dosierung

Einmalige Gabe erforderlich.
200 µg Ivermectin und 1,5 mg Praziquantel pro kg Körpergewicht, entspricht 1,07 g Paste pro 100 kg Körpergewicht.
 

Anwendung

Körpergewicht und Dosierung sollten vor der Behandlung genau festgelegt werden.
Die erste Markierung am Kolben des Dosierers gibt genug Paste ab, um 100 kg Körpergewicht zu behandeln. Jede weitere Markierung entspricht einer Dosiereinheit von 50 kg Körpergewicht. Mit dem Dosierer zu 7,49 g können mit empfohlener Dosierung maximal 700 kg Körpergewicht behandelt werden.
Die Paste wird oral verabreicht, indem der Stutzen des Dosierers in den Interdentalraum eingeführt wird und die erforderliche Produktmenge im Bereich des Zungengrundes abgesetzt wird. Das Maul des Pferdes sollte frei von Futter sein. Nach Verabreichung den Kopf des Pferdes ein paar Sekunden lang hochhalten, um zu gewährleisten, dass die Paste geschluckt wird. Vor der Anwendung sollte durch Plazieren des Ringes auf die richtige Markierung die erforderliche Dosierung eingestellt werden. Sicherheitsstudien belegen, dass Equimax an trächtige und laktierende Stuten verabreicht werden kann und die Behandlung die Reproduktionsleistung von Zuchthengsten nicht negativ beeinflusst.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen:

Nicht bei Fohlen jünger als 2 Wochen anwenden. Stuten, deren Milch zum menschlichen Verzehr bestimmt ist, sind von einer Behandlung auszu­schliessen.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Bei Pferden mit starkem Onchocerca microfilariae-Befall, wurden nach Behandlung gelegentlich Reaktionen wie Schwellungen und Juckreiz beobachtet. Man nimmt an, dass diese Reaktionen als Folge des Absterbens einer grossen Anzahl Mikrofilarien auftritt.
 

Absetzfristen   

Pferd: Essbare Gewebe: 30 Tage
 

Wechselwirkungen

Keine bekannt.
 

Sonstige Hinweise

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren. Aufgrund möglicher individueller Ivermectin-Unverträglichkeit muss Hunden und Katzen eine zufällige Einnahme des Arzneimittels (z.B. aus dem Pferdemaul gefallene oder ausgespuckte Paste, Kontakt mit leeren oder angebrochenen Injektoren) verwehrt werden. Nicht über 25°C lagern. Nach Anbruch der Primärverpackung beträgt die Haltbarkeit 6 Monate. Das Medikament nur bis zu dem auf dem Behältnis mit "EXP" bezeichneten Datum verwenden.
Umweltsicherheit: Freigesetztes Ivermectin kann für Fische und bestimmte im Wasser lebende Organismen gefährlich sein; Behältnisse und Arzneimittelreste müssen daher umweltverträglich entsorgt werden.
 

Packungen

Packung mit einem Applikator zu 7,49 g Paste.
Packung mit 12 Applikatoren zu 7,49 g Paste.
Packung mit 24 Applikatoren zu 7,49 g Paste.

Abgabekategorie: A

Swissmedic Nr. 55'745

Informationsstand: 12/2010

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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