CheckMite®+ ad us. vet., Strip
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Provet AG

Strips zur Bekämpfung von Varroa-Milben bei Honigbienen.

ATCvet: QP53AF08

 

Zusammensetzung

Ein Strip enthält:
Cumaphosum 1.36 g
E 171
Träger: Polyninylchloride (PVC)
Excipiens ad praeparationem pro 13.6 g
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Coumafos
 

Eigenschaften / Wirkungen

Durch das Einhängen der Streifen zwischen die Rahmen im Zentrum des Bienenvolkes werden Bienen, die mit dem Strip in Kontakt kommen, dem Wirkstoff Coumaphos ausgesetzt. Durch den sozialen Kontakt zwischen den Bienen wird der Wirkstoff anschliessend auf alle Bienen verbreitet. So kommen die Varroa-Weibchen, die ausserhalb der Brutwaben auf den Bienen leben, mit dem Wirkstoff in Kontakt und werden abgetötet. Da die Kopulation und Eiablage der Milben in den Brutzellen stattfindet, ist bei der Behandlung die Zykluslänge der Varroa-Milben zu berücksichtigen. Sie beträgt rund 12 bis 13 Tage. Eine Behandlung soll deshalb 4 bis 6 Wochen dauern, was 3 bis 4 Reproduktionszyklen der Milben entspricht.
 

Pharmakokinetik

Coumaphos ist ein Organophosphat zur Behandlung der Varroose bei Honigbienen. Die Hauptwirkung dieses Wirkstoffes liegt in der Hemmung der Cholinesterase, speziell bei bestimmten Arthropoden. Die orale oder dermale Toxizität für Säuger ist sehr gering.
Coumaphos verursacht eine Ansammlung von Acetylcholin an der postsynaptischen Nervenendigung der Varroa-Milben. So wird dir Übertragung von Nervenreizen unterbunden. Nach primärer Hyperexzitation der Milben folgen Krämpfe, Lähmung und nachfolgend der Tod.
 

Indikationen

Gegen Varroa destructor.
 

Dosierung / Anwendung   

Nur für Bienenvölker; Behandlung im Sommer/Herbst nach dem Abräumen des Honigraumes.
Pro Volk (ca. 10 Waben) werden 2 Strips CheckMite+ eingehängt. Die Strips werden im Brutnestbereich in die Wabengassen eingehängt und für 42 Tage belassen. Stets alle Völker an einem Standort behandeln.
Eine Resistenz der Parasiten kann sich gegen jede Klasse von Akariziden entwickeln.
Um Resistenzen gegen den Wirkstoff vorzubeugen, kann CheckMite+ auch als Baustein in einem Rotationsprogramm mit anderen Wirkstoffen verwendet werden.
Um nach Abschluss der Behandlung einen möglichen Milbeneintrag von aussen (Reinvasion) oder einen Varroa Restbefall zu bekämpfen, kann eine Nachbehandlung im brutfreien Zustand im November-Dezember mit Oxalsäure durchgeführt werden.
Bild 169
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht während der Tracht (mit auf-/eingesetzten Waben zum Schleudern) bzw. vor der Honigernte anwenden.
Nach einer Behandlung mit CheckMite+ dürfen Kittharz (Propolis), Pollen und Gelée Royale weder für den menschlichen Verzehr noch für äusserliche pharmazeutische und kosmetische Zwecke verwendet werden.
Nicht bei Königinnenaufzucht ven/venden.
 

Vorsichtsmassnahmen

CheckMite+ Strips nicht länger als die empfohlenen 42 Tage in den Völkern belassen.
CheckMite+ Strips dürfen nicht mehrfach verwendet werden.
Die unsachgemässe Anwendung von CheckMite+ Strips, kann mithelfen die Prävalenz von resistenten Varroastämmen zu erhöhen. Da, speziell nach zeitweiliger Anwendung von Produkten mit Wirkstoffen aus anderen chemischen Klassen, die resistenten Varroa-Milben wieder empfindlich gegen Coumaphos werden können, wird ein entsprechender Resistenztests empfohlen.
 
Auch nach wiederholter bestimmungsgemässer Anwendung von CheckMite+ ist nicht mit Rückständen im Honig zu rechnen, welche die zugelassene Rückstandshöchstmenge von Coumaphos (0.1 mg/kg) überschreiten.
Da die Anwendung von CheckMite+ Rückstände von Coumaphos im Wachs verursacht, sollen Waben, die sich während der CheckMite+-Anwendung direkt neben den Strips befinden, gekennzeichnet werden. Sie dürfen nicht in den Honigraum gelangen und nach ihrer Aussortierung nicht rezykliert, d.h. für die Herstellung von Mittelwänden verwendet werden.
Eine Anreicherung von Coumaphos-Rückständen in Wachs durch eine wiederholte Behandlung von Völkern mit CheckMite+ in aufeinanderfolgenden Jahren muss dennoch in Betracht gezogen werden, weil sich Rückstände von Coumaphos auch nach Aussortierung von Altwaben über Mittelwände akkumulieren können, die aus dem Wachs kontaminierter Waben hergestellt werden. Nach Anwendung von CheckMite+ im Herbst liegen die Rückstände von Coumaphos im Honig bei der Honigernte im Folgejahr unterhalb des Grenzwertes. Die dennoch vorhandenen Rückstände scheinen auf die Migration von Coumaphos entlang dem Konzentrationsgradienten vom kontaminierten Wabenwachs hin zum Honig zurückzuführen zu sein.
Zwei Untersuchungen zeigen folgende Rückstände im Bienenwachs:
 
Anzahl BehandlungenJahrRückstände im Bienenwachs [µg/kg]Referenz
3 Behandlungen2008/2010/20132 Proben: < 5001)
  5 Proben: 1'700 - 32'000 
1 Behandlung20158 Proben: < 5002)
  3 Proben: 1'200 - 1'500 
 
1) Studie Bayer BHC 145.913
2) Studie Bayer BAH ID 44610de
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Bei Überdosierung treten sichtbare Vergiftungserscheinungen und Mortalität bei den Bienen auf. Die Brut kann geschädigt werden; Brutverluste sind möglich.
Die Nachzucht oder Produktion der Königin kann gestört werden. Die Anwendung von CheckMite+ führt zu Coumaphosrückständen im Wachs und das Produkt kann nach wiederholter Anwendung wirkungslos werden (Resistenzbildung).
 

Absetzfristen   

Honig: 0 Tage
Anwenden nach der letzten Honigernte des Jahres.
 

Wechselwirkungen

Keine bekannt.
 

Sonstige Hinweise

Kontakt der Strips mit der Haut vermeiden.
Während der Anwendung von CheckMite+ Strips sollten chemikalienbeständige Einweghandschuhe getragen werden.
Während der Arbeit nicht trinken und essen. Strips von Esswaren, Futter und Trinkwasser fern halten.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Nach der Anwendung Hände waschen.
Arzneimittel nicht direktem Sonnenlicht aussetzen.
Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) lagern.
Dieses Arzneimittel enthält Organophosphate. Bei unsachgemässer Anwendung können Vergiftungserscheinungen (Pupillenkontraktion, Muskelzittern, Erbrechen, Durchfall) beim Anwender auftreten. In solchen Fällen sollte sofort eine ärztliche Behandlung durchgeführt werden.
Antidot ist Atropinsulfat in 1%iger Lösung.
Dosierung: Mensch 0,2 ml (= 2 mg) - 0,5 ml i.m.
Wiederholung, wenn nötig, nach 15 - 30 Minuten.
Der Wirkstoff Coumaphos ist hochgiftig für Wasserorganismen und Vögel. Darf nicht in Flüsse, Reservoirs, Wasserläufe, Dämme oder andere Wasserquellen gelangen. Leere Behätlnisse, Verpackungen, ungebrauchte Strips oder Abfallmaterial aus der Anwendung der CheckMite+ Strips sicher gemäss den lokalen Gesetzen und Bestimmungen entsorgen.
 

Packungen

Schachtel mit 10 Streifen.

Abgabekategorie: D

 

Hersteller

Bayer Healthcare AG

Swissmedic Nr. 57'473

Informationsstand: 11/2016

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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