Equest Pramox® orales Gel ad us. vet.
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Zoetis Schweiz GmbH

Breitspektrum-Antiparasitikum für Pferde

ATCvet: QP54AB52

 

Zusammensetzung

1 g orales Gel enthält:
Moxidectinum 19.5 mg, Praziquantelum 121.7 mg, Antioxidans: Butylhydroxytoluol (E321), Conserv.: Alcohol benzylicus, Excip. ad gelatum.
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Moxidectin - Praziquantel
 

Eigenschaften / Wirkungen

Moxidectin ist ein Antiparasitikum mit Wirkung gegen eine Vielzahl von Endo- und Ektoparasiten. Es ist ein makrozyklisches Lakton der zweiten Generation aus der Familie der Milbemycine. Sein Wirkungsmechanismus besteht im Wesentlichen in der Beeinflussung der neuromuskulären Übertragung der GABA (Gamma-Aminobuttersäure)-gesteuerten oder der Glutamat-gesteuerten Chloridkanäle. Moxidectin stimuliert die Freisetzung von GABA und verstärkt seine Bindung an die postsynaptischen Rezeptoren und bindet an die Glutamat gesteuerten Chloridkanäle. Als Nettoeffekt resultiert die Öffnung der Chloridkanäle an der postsynaptischen Membran, wodurch der Zustrom von Chloridionen erhöht und ein irreversibler Ruhezustand induziert wird. Das führt zur schlaffen Lähmung und schliesslich zum Tod der dem Arzneimittel ausgesetzten Parasiten.
Das Antiparasitikum Praziquantel wird bei vielen Tierarten als Anthelminthikum angewendet. Praziquantel wird rasch über das Tegument des Parasiten absorbiert und gleichmässig im Parasiten verteilt. Sowohl in vitro als auch in vivo wurden erhebliche Schäden des Parasitentegumentes beobachtet, die Kontraktion und Lähmung des Parasiten zur Folge hatten. Praziquantel verändert die Permeabilität der Parasitenmembran für Calciumionen, wodurch der Stoffwechsel des Parasiten gestört wird.
Das Tierarzneimittel ist gegen Benzimidazol-resistente Stämme von Cyathostomen wirksam.
Die häufige und wiederholte Anwendung von Anthelmintika einer Substanzklasse kann Parasitenresistenz gegenüber anderen Wirkstoffen dieser Gruppe hervorrufen.
 

Pharmakokinetik

Moxidectin wird oral absorbiert, wobei maximale Blutspiegel ca. 6 - 8 Stunden nach der Applikation erreicht werden. Der Wirkstoff verteilt sich in alle Körpergewebe, wird aber auf Grund seiner Lipophilie bevorzugt im Fett angereichert.
Die Eliminations-Halbwertzeit beträgt 11 Tage. Moxidectin wird teilweise durch Hydroxilierung im Körper umgewandelt. Die Ausscheidung erfolgt über den Kot.
Praziquantel wird schnell und fast vollständig resorbiert und schnell in alle Organe verteilt, wobei die Eliminations-Halbwertzeit bei Pferden weniger als eine Stunde beträgt. Praziquantel wird schnell in der Leber metabolisiert. Der Hauptmetabolit ist eine verwandte 4-Hydroxy-cyclohexyl-Komponente.
 

Indikationen

Zur Behandlung von Mischinfektionen mit Zestoden, Nematoden oder Arthropoden, die durch folgende Moxidectin- und Praziquantel-empfindliche Stämme verursacht werden:
 
Grosse Strongyliden:
-Strongylus vulgaris (adulte Stadien)
-Strongylus edentatus (adulte Stadien)
 
Kleine Strongyliden (adulte und enzystierte Larven):
-Cyathostomum spp.
-Cylicocyclus spp.
-Cylicostephanus spp.
-Cylicodontophorus spp.
-Gyalocephalus spp.
-Triodontophorus brevicauda (adulte Stadien)
-Triodontophorus serratus (adulte Stadien)
-Triodontophorus tenuicollis (adulte Stadien)
 
Spulwürmer:
-Parascaris equorum (adulte Stadien)
 
Andere Wurmarten:
-Oxyuris equi (adulte Stadien)
-Strongyloides westeri (adulte Stadien)
-Trichostrongylus axei (adulte Stadien)
 
Bandwürmer (adulte Stadien):
-Anoplocephala perfoliata
-Anoplocephala magna
-Paranoplocephala mammillana
 
Insektenlarven:
-Habronema muscae (adulte Stadien)
-Gasterophilus intestinalis (L2, L3)
-Gasterophilus nasalis (L2, L3)
 
Der Zeitraum bis zum Wiederauftreten von kleinen Strongyliden-Eiern (Egg Reappearance Period) beträgt 90 Tage.
Das Tierarzneimittel ist wirksam gegen sich entwickelnde intramukosale L4 Stadien von kleinen Strongyliden.
8 Wochen nach der Behandlung sind frühe, hypobiotische EL3-Stadien der kleinen Strongyliden abgetötet.
 

Dosierung / Anwendung   

Zur einmaligen Anwendung.
Die empfohlene orale Dosis beträgt 400 µg Moxidectin/kg Körpergewicht und 2,5 mg Praziquantel/kg Körpergewicht, entsprechend einer Masseinheit der kalibrierten Applikationsspritze für jeweils 25 kg Lebendgewicht.
Für eine korrekte Dosierung sollte das Körpergewicht so genau wie möglich bestimmt werden; die Genauigkeit der Dosierung sollte geprüft werden. Es wird empfohlen, eine Waage oder ein Gewichtsband zu benutzen, um eine genaue Dosierung sicher zu stellen.
Die Spritze mit dem Kappenende nach links gerichtet halten, so dass die Gewichtsmarkierungen und Striche (kleine schwarze Linien) sichtbar sind. Jeder Strich entspricht 25 kg Körpergewicht. Den Anzeigering so lange drehen, bis die linke Seite des Ringes die Markierung erreicht hat, die dem Gewicht des Tieres entspricht.
Eine einzelne Applikationsspritze ist ausreichend für ein 700 kg schweres Pferd. Zur erfolgreichen Kontrolle von Band- und Rundwurminfektionen sollte der Tierarzt ein geeignetes Behandlungsprogramm und Betriebsmanagement vorschlagen.
Für die Behandlung von Zestoden wurde eine Praziquanteldosis im obersten Dosierungsbereich gewählt.
 

Dosierung und Art der Anwendung

-Festlegung der Dosis:
1. Da die Dosis vom Gewicht des Tieres abhängt, sollte ein Skalen- oder Gewichtsmassband verwendet werden, um das Gewicht jeden Tieres festzustellen, bevor es mit Equest Pramox orales Gel behandelt wird. Nach Feststellung des Gewichtes, legen Sie die Dosis für jedes Pferd oder Pony wie folgt fest:
2. Halten Sie die Spritze mit dem Kappenende nach links gerichtet und so, dass Sie die Gewichtsmarkierungen und die kleinen schwarzen Markierungen, wie unten abgebildet, sehen können. Jede kleine schwarze Markierung bezieht sich auf 25 kg Körpergewicht.
3. Drehen Sie den Anzeigering, bis die linke Seite des Ringes das Gewicht des Tieres markiert hat. In der Abbildung unten fixiert der Anzeigering die Dosis für ein 400 kg schweres Pferd.
  
Bild 258
  
-Verabreichung der Dosis:
4. Stellen Sie sicher, dass das Maul des Tieres leer ist. Mit Ihrem Daumen am Stempel führen Sie die Spritzenkanüle in das Maul des Pferdes in die Lücke zwischen Vorder- und Backenzähne (zahnfreie Lade). Stellen Sie sicher, dass die Spitze des Injektors über dem hinteren Teil der Zunge liegt.
5. Verabreichen Sie eine Dosis Gel auf die hintere Zunge, indem Sie den Stempel sanft bis zum Anschlag drücken.
6. Nach Verabreichung der Dosis heben Sie den Kopf des Pferdes an, um das Abschlucken des Gels zu gewährleisten.
 

Anwendung während der Trächtigkeit und Laktation

Das Tierarzneimittel hat sich als sicher in der Anwendung bei Zuchtstuten sowie bei trächtigen und laktierenden Stuten erwiesen. Die Fertilität der Stuten wird durch die Verabreichung des Präparats nicht beeinflusst.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht bei Fohlen, die jünger als 6,5 Monate sind, anwenden.
Nicht bei Stuten anwenden, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen einen der Wirkstoffe oder einen der Hilfsstoffe.
 

Vorsichtsmassnahmen

Um Überdosierungen zu vermeiden, sollte besonders bei Fohlen mit niedrigem Körpergewicht oder Ponyfohlen auf eine genaue Dosierung geachtet werden. Nicht mehr als ein Tier mit derselben Applikationsspritze behandeln, es sei denn die Pferde werden auf der Weide oder im Stall gemeinsam gehalten.
Das Präparat wurde speziell zur Anwendung beim Pferd entwickelt. Bei Hunden und Katzen können auf Grund der Moxidectin-Konzentration in diesem Tierarzneimittel Nebenwirkungen auftreten, wenn die Tiere ausgelaufenes Gel aufnehmen oder Zugang zu benutzten Applikationsspritzen haben. Daher soll Hunden und Katzen eine Aufnahme des Präparates verunmöglicht werden.
Um den Einfluss von Moxidectin auf die Dungfauna so gering wie möglich zu halten und auf Grund einer nicht ausreichenden Datenlage hinsichtlich des Risikos von Praziquantel für die Umwelt sollten Pferde nach der Behandlung 3 Tage lang nicht auf die Weide gelassen werden.
 

Überdosierung

Vorübergehend können unerwünschte Nebenwirkungen bei Fohlen nach Verabreichung der empfohlenen Behandlungsdosis und bei erwachsenen Tieren nach Verabreichen der dreifachen Menge der empfohlenen Dosis auftreten. Die Symptome äussern sich 8 bis 24 Stunden nach einer Behandlung in Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Koordinationsstörung und Schlaffheit der Unterlippe. Im Allgemeinen ist eine symptomatische Therapie nicht notwendig, da die Symptome normalerweise innerhalb von 24 bis 72 Stunden abklingen. Es gibt kein spezifisches Gegenmittel.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
In seltenen Fällen kann es bei jungen Tieren zu Schlaffheit der Unterlippe, Ataxie und Schwellung des Mauls kommen. In sehr seltenen Fällen wurde von Anorexie und Lethargie berichtet. Diese Nebenwirkungen sind vorübergehend und klingen spontan ab.
Bei sehr starkem Wurmbefall kann die Abtötung der Parasiten vorübergehend zu einer leichten Kolik und zu weichem Kot bei dem behandelten Pferd führen.
Die Häufigkeit der Nebenwirkungen ist wie folgt definiert:
-Sehr häufig (mehr als 1 von 10 Tieren)
-Häufig (mehr als 1, aber weniger als 10 Tiere von 100 Tieren)
-Gelegentlich (mehr als 1, aber weniger als 10 Tiere von 1.000 Tiere)
-Selten (mehr als 1, aber weniger als 10 Tiere von 10.000 Tiere)
-Sehr selten (weniger als 1 Tier von 10.000 Tieren, einschliesslich Einzelfälle).
 

Absetzfristen   

Essbare Gewebe: 64 Tage.
 

Wechselwirkungen

Keine bekannt.
 

Sonstige Hinweise

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Nach Anbruch innerhalb von 6 Monaten aufbrauchen.
Nicht über +25 °C aufbewahren.
Das Arzneimittel nach Ablauf des auf Behältnis und äusserer Umhüllung mit "EXP.:" angegebenen Verfalldatums nicht mehr anwenden.
Das Tierarzneimittel kann Augen und Haut reizen sowie eine Überempfindlichkeit der Haut verursachen.
Direkten Kontakt mit Haut und Augen vermeiden.
Während der Anwendung nicht essen, trinken oder rauchen.
Das Produkt darf nicht in Gewässer gelangen, da es toxisch für Fische und im Wasser lebende Organismen ist.
 

Packungen

Schachtel mit Injektor à 14.4 g orales Gel

Abgabekategorie: A

Swissmedic Nr. 60'465

Informationsstand: 07/2016

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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