Cydectin® 10% LA für Rinder ad us. vet., Injektionslösung
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Zoetis Schweiz GmbH

Endo- und Ektoparasitikum für Rinder

ATCvet: QP54AB02

 

Zusammensetzung

Moxidectinum 100 mg, sorbitani oleas, Conserv.: alcohol benzylicus 70 mg, propylenglycoli octanoas et decanoas, q.s. ad solutionem pro 1 ml
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Moxidectin
 

Eigenschaften / Wirkungen

Moxidectin ist ein Parasitizid mit einem breiten Wirkungsspektrum gegen Endo- und Ektoparasiten. Es ist ein makrozyklisches Lakton der zweiten Ge­ne­ra­tion aus der Gruppe der Milbemycine.
Moxidectin interagiert mit Glutamat-gesteuerten Chloridionenkanälen, welche typisch für Wirbellose sind, und GABA (γ-Aminobuttersäure)-gesteuerten Chloridionenkanälen. Der Endeffekt beruht auf der Öffnung der Chloridionenkanäle an der postsynaptischen Membran, wodurch Chloridionen einfliessen und einen irreversiblen Ruhezustand induzieren. Dies führt zu einer schlaffen Paralyse und schliesslich zum Tod der Parasiten.
 

Pharmakokinetik

Moxidectin wird nach subkutaner Injektion resorbiert, wobei maximale Blutkonzentrationen zwischen 24 und 48 Stunden nach der Injektion erreicht werden. Moxidectin verteilt sich in allen Körpergeweben, aber aufgrund seiner Lipophilie reichert es sich über­wie­gend im Fettgewebe an.
Die Eliminations-Halbwertszeit beträgt 26 - 32 Tage.
Moxidectin wird nur geringfügig durch Hydroxylierung abgebaut. Es wird überwiegend über die Fäzes ausgeschieden.
 

Indikationen

Bei Rindern mit einem Körpergewicht von 100 bis 500 kg.
Behandlung und Verhütung von Mischinfektionen, verursacht durch:
Adulte und unreife Nematoden des Magen-Darm-Traktes:
-Haemonchus placei
-Haemonchus contortus
-Ostertagia ostertagi (einschliesslich inhibierter Larven)
-Trichostrongylus axei
-Trichostrongylus colubriformis
-Nematodirus helvetianus (nur adulte Formen)
-Nematodirus spathiger
-Cooperia oncophora
-Cooperia pectinata
-Cooperia punctata
-Oesophagostomum radiatum
-Bunostomum phlebotomum (nur adulte Formen)
-Chabertia ovina (nur adulte Formen)
-Trichuris spp. (nur adulte Formen)
 
Adulte und unreife Nematoden der Atemwege:
-Dictyocaulus viviparus
 
Dasselfliegen (Wanderlarven):
-Hypoderma bovis
-Hypoderma lineatum
 
Läuse:
-Linognathus vituli
-Haematopinus eurysternus
-Solenopotes capillatus
 
Haarlinge:
-Bovicola bovis (Teilwirkung)
 
Räudemilben:
-Sarcoptes scabiei
-Psoroptes ovis
-Chorioptes bovis (Teilwirkung)
 
Das Tierarzneimittel hat eine persistierende Wirkung und schützt Rinder über einen definierten Zeitraum gegen eine Infektion bzw. Reinfektion durch die folgenden Parasiten:
 
SpeziesTage
Dictyocaulus viviparus120
Ostertagia ostertagi120
Haemonchus placei  90
Oesophagostomum radiatum150
Trichostrongylus axei  90
Linognathus vituli133
 
Das Tierarzneimittel ist gegen Hypoderma-Larven wirksam, eine persistierende Wirkung gegen Hypoderma wurde bisher aber nicht ermittelt. Wenn das Tierarzneimittel vor Ende der Fliegensaison verabreicht wird, wird daher die Behandlung mit einem zusätzlichen Tierarzneimittel gegen Hypoderma empfohlen.
Eine persistierende Wirkung gegen andere Parasitenspezies als oben angegeben wurde bisher nicht ermittelt. Deshalb kann bei Weidetieren innerhalb der oben angegebenen Mindestschutzdauer von 90 Tagen eine Reinfektion mit anderen Parasitenspezies als oben angegeben auftreten.
 
Die Dosierung beträgt 0,5 ml/50 kg Körpergewicht, entsprechend 1,0 mg Moxidectin/kg Körpergewicht, verabreicht durch eine einmalige subkutane Injektion ins Ohr mit einer 18 Gauge (Aussendurchmesser 1,2 mm, Länge 25 - 40 mm) Injektionsnadel zur subkutanen Anwendung. Der Verschluss der 50 ml Flasche sollte nicht öfter als 20 mal durchstochen werden.
Vor der Applikation ist der Kopf des Rindes bzw. der Kuh mit einem Halfter zu fixieren.
Die Injektion sollte subkutan in das lockere Gewebe an der rückseitigen Oberfläche des Ohres verabreicht werden, und zwar distal vom distalen Rand des Ohrknorpels. Die rückseitige (äussere) Oberfläche des Ohres sollte zuvor mit einem Antiseptikum gereinigt werden und kurz an der Luft trocknen. Dann den Rand des Ohrknorpels dort, wo er dem Kopf am nächsten ist, an der rückseitigen (haarigen) Oberfläche des Ohres palpieren. Von dieser Markierung aus die Nadel etwa 3 bis 3,5 cm distal von diesem Rand (vom Kopf weg) und in Richtung Ohransatz weisend, subkutan einführen, wobei darauf geachtet werden sollte, keine Blutgefässe zu verletzen. An dieser Stelle die Spritze leicht anziehen, um sicherzugehen, dass sich die Nadel nicht in einem Blutgefäss befindet.
Das durch die Injektion entstandene Depot sollte sich distal vom Rand des Ohrknorpels befinden.
Nach dem Entfernen der Nadel ist für mehrere Sekunden mit dem Daumen auf die Injektionsstelle zu drücken.
Aufgrund des lang anhaltenden Schutzes gegen Dictyocaulus viviparus und die Magen-Darm-Würmer Ostertagia ostertagi und Haemonchus placei hilft eine einmalige Behandlung mit dem Tierarzneimittel zu Beginn der Weidesaison die parasitische Bronchitis (Lungenwurm) und parasitische Gastroenteritis während der gesamten Weidesaison zu kontrollieren, wobei die Entwicklung infektiöser Larven auf der Weide reduziert wird. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, sollten alle Kälber mit dem geeigneten Gewicht unmittelbar vor dem Weidetrieb eine Injektion erhalten, wenn sie zusammen auf der Weide gehalten werden. Die Tiere sollten während der gesamten Saison auf einem Weideplatz bleiben oder zu einer Weide gebracht werden, auf der zuvor keine anderen Rinder während der Saison weideten.
 
Anwendung: Darstellung der Injektion am Ohr
 
Bild 259Die Injektionsstelle sollte etwa 3,5 cm distal vom distalen Rand des Ohrknorpelsliegen.
  
Bild 260Das Ohr mit einer Hand halten und stützen.
Die Injektion wird subkutan mit einer 18 G Nadel (⌀ 1,2 mm, Länge 25−40 mm) durchgeführt.
  
Bild 261Das Depot sollte sich distal vom distalen Rand des Ohrknorpels befinden.
Nach dem Entfernen der Nadel auf die Injektionsstelle drücken um die offene Stelle abzudichten.
 

Überdosierung

Die Häufigkeit und Schwere der Reaktionen an der Injektionsstelle ist abhängig von der injizierten Menge. Die Symptome einer Überdosierung stimmen überein mit dem Wirkungsmodus von Moxidectin. Die Anzeichen sind vorübergehender Speichelfluss, Abgeschlagenheit, Schläfrigkeit und Ataxie innerhalb von 24 bis 36 Stunden nach der Verabreichung.
Die Symptome klingen in der Regel innerhalb von 36 bis 72 Stunden ohne Behandlung ab. Bei einer Dosis, die in beide Ohren appliziert das 3-fache der empfohlenen Dosis überstieg, wurden Symptome wie Festliegen, Muskelzittern, Tympanie und Dehydrierung beobachtet, die nach Verabreichen von Flüssigkeit wieder abklangen. Die Symptome können wenige Tage bis zu 10 Tage lang andauern. Es gibt kein spezifisches Gegenmittel.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht anwenden bei laktierenden Tieren, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist, oder bei trächtigen Tieren, die innerhalb von 80 Tagen vor dem errechneten Kalbetermin stehen.
Nicht anwenden bei Rindern mit einem Körpergewicht unter 100 kg oder über 500 kg.
 

Vorsichtsmassnahmen

-Zur Vermeidung von möglichen Nebenwirkungen durch Sekundärinfektionen infolge des Absterbens von Dassellarven im Rückenmark oder in der Speiseröhre des Tieres, wird empfohlen, Cydectin 10% LA nach Beendigung der Flugphase und bevor die Larven ihren Endsitz erreichen, zu verabreichen.
-Eine Immunität gegen Nematoden hängt davon ab, in welchem Mass ein Tier einer Infektion ausgesetzt war.
Eine Anthelminthikum-Behandlung kann folglich die Anfälligkeit der Rinder gegenüber einer Neuinfektion erhöhen.
Ein Risiko besteht für Tiere am Ende ihrer ersten Weidesaison, besonders wenn die Saison lange dauert, oder im darauf folgenden Jahr, wenn die Tiere auf stark befallene Weidestellen wechseln. In solchen Fällen können weitere Behandlungsmassnahmen erforderlich sein.
Kann während der Trächtigkeit angewendet werden (siehe Rubrik "Absetzfristen").
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Schwellungen können sofort oder verzögert an der Injektionsstelle auftreten. In seltenen Fällen (ca. 1%) können aus diesen Schwellungen Abszesse entstehen. Schwellungen an der Injektionsstelle scheinen bei schwereren Tieren häufiger aufzutreten.
Die Nebenwirkungen klingen in der Regel ohne Behandlung innerhalb von 14 Tagen ab, sie können aber bei einigen Tieren (< 5%) bis zu 5 Wochen lang anhalten, in sehr seltenen Fällen auch länger.
In seltenen Fällen können Depression und Ataxie nach der Injektion auftreten.
 
Essbare Gewebe:108 Tage
Die Absetzfrist gilt nur nach einer Einzelinjektion am Ohr.
Milch: Nicht anwenden bei laktierenden Tieren, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
Nicht anwenden bei trächtigen Tieren, innerhalb von 80 Tagen vor dem errechneten Kalbetermin.
 

Wechselwirkungen

Keine bekannt.
 

Sonstige Hinweise

Vor Licht geschützt und unter 25° C lagern.
Haltbarkeit nach Anbruch des Behältnisses: 28 Tage.
Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.
Das Tierarzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Direkten Haut- und Augenkontakt vermeiden.
Nach der Applikation Hände waschen.
Während der Anwendung nicht essen, trinken oder rauchen.
Selbstinjektionen sollen vermieden werden.
Empfehlung an Ärzte im Fall einer versehentlichen Selbstinjektion: Symptomatische Behandlung.
Moxidectin ist giftig für Fische und andere im Wasser lebende Organismen. Leere Flaschen und Arzneimittelreste müssen unschädlich beseitigt werden.
 

Packungen

HDPE-Flaschen zu 50 ml Injektionslösung

Abgabekategorie: A

Swissmedic Nr. 60'572

Informationsstand: 10/2010

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
©2017 - Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Winterthurerstrasse 260, 8057 Zürich, Schweiz
Es kann keinerlei Haftung für Ansprüche übernommen werden, die aus dieser Webseite erwachsen könnten.