NexGard Spectra 22 ad us. vet., Kautabletten für Hunde > 3.5 kg - 7.5 kg
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

Biokema SA

Antiparasitikum gegen Würmer, Flöhe und Zecken bei Hunden

ATCvet: QP54AB51

 

Zusammensetzung

1 Kautablette enthält:
NexGard SpectraAfoxolaner (mg)Milbemycinoxim (mg)
NexGard Spectra 2218.753.75
Hilfsstoffe: Aromatica, Antiox.: Butylhydroxytoluol (E321)
Excipiens q.s.
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Afoxolaner - Milbemycinoxim
 

Eigenschaften / Wirkungen

Afoxolaner:

Afoxolaner ist ein Insektizid und Akarizid aus der Gruppe der Isoxazoline. Die Wirkung von Afoxolaner als Antagonist beruht auf einer Interaktion mit Liganden-gesteuerten Chloridionenkanälen, insbesondere mit solchen, die auf den Neurotransmitter Gamma-Amino-Buttersäure (GABA) ansprechen. Isoxazoline als Modulatoren der Chloridionenkanäle binden sich an ganz bestimmte, spezifische Stellen der GABA-gesteuerten Chloridionenkanäle in Insekten. Hierbei kommt es zur Hemmung des prä- und postsynaptischen Chloridionenaustausches durch die Zellmembranen. Die durch Afoxolaner verursachte anhaltende Hyperexzitation führt zu gestörten ZNS-Aktivitäten und zum Tod der Insekten und Spinnentiere. Die selektive Toxizität von Afoxolaner für Insekten, Spinnentiere und Säugetiere kann auf eine unterschiedliche Empfindlichkeit der GABA-Rezeptoren von Insekten und Spinnentieren im Vergleich zu den Rezeptoren von Säugetieren zurückgeführt werden.
Es wirkt gegen adulte Flöhe und verschiedene Zeckenarten wie Rhipicephalus sanguineus, Dermacentor reticulatus und Dermacentor variabilis, Ixodes ricinus und Ixodes scapularis, Amblyomma americanum sowie Haemaphysalis longicornis.
Afoxolaner tötet Flöhe und Zecken vor der Eiablage ab und verhindert so das Risiko einer Kontamination der häuslichen Umgebung. Es kann als Bestandteil der Behandlungsstrategie gegen die Flohspeichel-Allergie-Dermatitis (FAD) eingesetzt werden.
 

Milbemycinoxim:

Milbemycinoxim ist ein antiparasitär wirkendes Endektozid aus der Gruppe der makrozyklischen Laktone. Milbemycinoxim besteht aus zwei Hauptfaktoren A3 und A4 (Verhältnis 20:80 für A3:A4). Es ist ein Fermentationsprodukt von Streptomyces milbemycinicus. Milbemycinoxim wirkt durch Unterbrechung der Glutamat-Neuroübertragung bei Wirbellosen. Milbemycinoxim erhöht die Glutamatbindung, wodurch Chloridionen verstärkt in die Zelle einströmen. Dies führt zur Hyperpolarisation der neuromuskulären Membranen und hat Paralyse und Tod der Parasiten zur Folge.
 

Pharmakokinetik

Afoxolaner wird sehr gut systemisch resorbiert. Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt 88%. Die mittlere Maximalkonzentration (Cmax) von 1822 ± 165 ng/ml im Plasma wurde 2 - 4 Stunden (Tmax) nach einer Dosis von 2,5 mg/kg Afoxolaner gemessen. Afoxolaner verteilt sich in die Gewebe mit einem Verteilungsvolumen von 2,6 ± 0,6 l/kg und einem systemischen Clearance-Wert von 5,0 ± 1,2 ml/h/kg. Die terminale Plasmahalbwertszeit beträgt bei Hunden etwa 2 Wochen.
 
Plasmahöchstkonzentrationen von Milbemycinoxim werden rasch innerhalb der ersten 1 - 2 Stunden erreicht (Tmax). Dies spricht für eine rasche Resorption des Wirkstoffes aus der Kautablette. Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt 81% für die A3- und 65% für die A4-Form. Die terminalen Plasmahalbwertszeiten und Maximalkonzentrationen (Cmax) betragen nach oraler Verabreichung 1,6 ± 0,4 Tage und 42 ± 11 ng/ml für A3 sowie 3,3 ± 1,4 Tage und 246 ± 71 ng/ml für A4.
 
Milbemycinoxim verteilt sich in die Gewebe mit einem Verteilungsvolumen von 2,7 ± 0,4 l/kg für A3 und 2,6 ± 0,6 l/kg für A4. Beide Formen besitzen eine niedrige systemische Clearance (75 ± 22 ml/h/kg für A3 und 41 ± 12 ml/h/kg für A4).
 

Indikationen

Zur Behandlung eines Floh- und Zeckenbefalls bei Hunden, wenn gleichzeitig eine Behandlung gegen Magen-Darm-Nematoden und/oder Vorbeugung der Herzwurmkrankheit angezeigt ist.
Zur Behandlung eines Flohbefalls (Ctenocephalides felis und Ctenocephalides canis) bei Hunden für 5 Wochen.
Zur Behandlung eines Zeckenbefalls (Dermacentor reticulatus, Ixodes ricinus, Rhipicephalus sanguineus) bei Hunden für 4 Wochen.
Flöhe und Zecken müssen am Wirtstier anheften und mit der Nahrungsaufnahme beginnen, um dem Wirkstoff ausgesetzt zu werden. Die Wirkung beginnt bei Flöhen (C. felis) innerhalb von 8 Stunden, bei Zecken (Tod) innerhalb von 48 Stunden nach der Anheftung. Es empfiehlt sich daher, den Hund vor der Behandlung nach Zecken zu untersuchen und diese, falls vorhanden, fachgerecht zu entfernen.
Zur Behandlung des Befalls mit adulten Formen folgender Magen-Darm-Nematoden: Spulwürmer (Toxocara canis und Toxascaris leonina), Hakenwürmer (Ancylostoma caninum und Ancylostoma brasiliense) und Peitschenwürmer (Trichuris vulpis).
Zur Vorbeugung der Herzwurmkrankheit (Dirofilaria immitis Larven) mit monatlicher Verabreichung.
 
Zum Eingeben.
 

Dosierung:

Das Tierarzneimittel sollte in einer Dosierung von 2,50 - 5,36 mg Afoxolaner/kg Körpergewicht und 0,50 - 1,07 mg Milbemycinoxim/kg Körpergewicht entsprechend der folgenden Tabelle verabreicht werden:
 
Körpergewicht des Hundes (kg)Stärke und Anzahl der zu verabreichenden Kautabletten
 NEX­GARD SPEC­TRA 11NEX­GARD SPEC­TRA 22NEX­GARD SPEC­TRA 45
2 - 3,51  
> 3,5 - 7,5 1 
> 7,5 - 15  1
 
Körpergewicht des Hundes (kg)Stärke und Anzahl der zu verabreichenden Kautabletten
 NEXGARD SPECTRA 90NEXGARD SPECTRA 180
> 15 - 301 
> 30 - 60 1
Hunde über 60 kg Körpergewicht erhalten entsprechende Kombinationen von Kautabletten.
 

Art derAnwendung:

Die Tabletten sind kaubar und werden von den meisten Hunden gut angenommen. Falls der Hund die Tabletten nicht akzeptiert, können sie mit dem Futter verabreicht werden.
 

Behandlungsschema:

Das Behandlungsschema sollte sich nach der tierärztlichen Diagnose und der örtlichen epidemiologischen Situation richten.
 

Flöhe/Zecken:

NEXGARD SPECTRA ist zur saisonalen Behandlung gegen Flöhe und Zecken bei Hunden mit gleichzeitig festgestelltem Befall von Magen-Darm-Nematoden geeignet (als Ersatz für ein monovalentes Tierarzneimittel gegen Flöhe und Zecken). Gegen Magen-Darm-Nematoden ist eine einmalige Behandlung wirksam. Nach der Behandlung des Nematodenbefalls sollte die Behandlung gegen Flöhe und Zecken mit einem monovalenten Mittel fortgesetzt werden.
 

Herzwurmerkrankung (Dirofilaria immitis):

NEXGARD SPECTRA tötet Dirofilaria immitis Larven bis zu einem Monat nach der Übertragung durch Stechmücken ab. Deshalb sollte das Tierarzneimittel regelmässig in monatlichen Abständen in der Jahreszeit, in der die Überträger aktiv sind, verabreicht werden, beginnend in dem Monat nach der ersten zu erwartenden Exposition. Die Behandlung sollte bis zu einem Monat nach der letzten Exposition gegenüber Stechmücken fortgesetzt werden. Für ein Routinebehandlungsschema empfiehlt es sich, jeden Monat den gleichen Tag oder das gleiche Datum für die Verabreichung zu verwenden. Sollte in einem bestehenden Herzwurm-Vorbeugungsprogramm ein anderes Tierarzneimittel zur Vorbeugung ersetzt werden, sollte die erste Behandlung mit NEXGARD SPECTRA zu dem Zeitpunkt beginnen, zu dem die vorherige Behandlung hätte verabreicht werden müssen.
Hunde, die in endemischen Herzwurmgebieten leben oder sich bei Reisen in solchen aufgehalten haben, können mit adulten Herzwürmern infiziert sein. Es besteht keine therapeutische Wirksamkeit gegen adulte Dirofilaria immitis. Es wird daher empfohlen, dass alle Hunde, die 8 Monate oder älter sind und in endemischen Herzwurmgebieten leben, auf einen bestehenden Befall mit adulten Herzwürmern untersucht werden, bevor dieses Tierarzneimittel zur Vorbeugung eingesetzt wird.
 

Überdosierung:

Bei gesunden 8-Wochen alten Beagle-Welpen mit einem Gewicht von rund 2 - 3.6 kg wurden nach 6 Behandlungen mit bis zum 5-Fachen der maximal empfohlenen Dosis keine Nebenwirkungen beobachtet.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen:

-Nicht anwenden bei einer Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile.
 

Vorsichtsmassnahmen:

-Die Parasiten müssen mit der Nahrungsaufnahme auf dem Wirtstier beginnen, um in Kontakt mit Afoxolaner zu kommen. Deshalb kann das Risiko einer Übertragung von Krankheiten durch die Parasiten nicht ausgeschlossen werden. Die häufige, wiederholte Anwendung eines Anthelmintikums einer bestimmten Substanzgruppe kann zur Resistenz von Parasiten gegenüber Anthelmintika dieser Substanzgruppe führen. Deshalb sollte die Anwendung dieses Tierarzneimittels auf der Beurteilung eines jeden einzelnen Falles beruhen und die lokalen epidemiologischen Informationen über die gegenwärtige Empfindlichkeit der Zielorganismen einbeziehen, um die Möglichkeit einer künftigen Resistenzselektion zu begrenzen.
-Die Aufrechterhaltung der Wirksamkeit makrozyklischer Laktone ist für die Kontrolle von Dirofilaria immitis entscheidend. Um das Risiko einer Resistenzselektion zu minimieren, wird empfohlen, die Hunde auf im Blut zirkulierende Antigene und Mikrofilarien vor einer vorbeugenden Behandlung zu Beginn einer jeden Saison zu untersuchen. Nur negativ getestete Tiere sollten behandelt werden.
-Die Behandlung von Welpen unter 8 Wochen und/oder Hunden mit einem Körpergewicht unter 2 kg sollte nach einer Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt erfolgen, da hierfür keine Untersuchungen vorliegen.
-In endemischen Herzwurmgebieten sollten Hunde vor der Anwendung von NEXGARD SPECTRA auf einen bestehenden Herzwurmbefall untersucht werden. Nach Ermessen des Tierarztes sollten infizierte Hunde mit einem Adultizid zur Beseitigung der adulten Herzwürmer behandelt werden. NEXGARD SPECTRA ist nicht zur Beseitigung von Mikrofilarien indiziert.
-Die empfohlene Dosis sollte bei Collies oder damit verwandten Rassen streng eingehalten werden.
-Laboruntersuchungen an Ratten und Kaninchen ergaben keine Hinweise auf teratogene Wirkungen oder eine Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit von männlichen und weiblichen Tieren.
-Die Unbedenklichkeit des Tierarzneimittels bei Zuchttieren sowie trächtigen und laktierenden Hunden wurde nicht belegt. Nur anwenden nach entsprechender Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt.
-Da das Tierarzneimittel aromatisiert ist, besteht die Gefahr, dass Hunde und Katzen die Tabletten gezielt aufsuchen und übermässig aufnehmen. Aus diesem Grund ist das Präparat für Tiere unerreichbar aufzubewahren.
-Das Tierarzneimittel wirkt nicht gegen Echinococcose (z.B. Echinococcus granulosus) oder gegen Angiostrongylus vasorum
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
In klinischen Untersuchungen wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet, die auf die Kombination Afoxolaner und Milbemycinoxim zurückzuführen waren.
Gelegentlich wurden Nebenwirkungen wie Erbrechen, Durchfall, Apathie, Appetitlosigkeit und Juckreiz beobachtet. Diese Erscheinungen waren in der Regel selbstlimitierend und von kurzer Dauer.
 

Wechselwirkungen

Milbemycinoxim ist ein Substrat des P-Glykoproteins (P-Gp) und kann daher mit anderen P-Gp-Substraten (z.B. Digoxin, Doxorubicin) oder mit anderen makrozyklischen Laktonen interagieren. Deshalb kann die gleichzeitige Behandlung mit anderen P-Gp-Substraten die Toxizität erhöhen.
 

Sonstige Hinweise

-Arzneimittel ausser Sicht- und Reichweite von Kindern aufbewahren.
-Bei Einnahme des Tierarzneimittels bei Menschen können Störungen im Magendarmtrakt auftreten.
-Im Fall einer versehentlichen Aufnahme, insbesondere bei Kindern, ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen.
-Nach der Anwendung Hände waschen.
-Die Tabletten bis zur Anwendung im Blister aufbewahren. Die Blister im Umkarton belassen, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
-In der Originalverpackung bei Raumtemperatur (15 - 25°C) aufbewahren.
-Sie dürfen das Tierarzneimittel nach dem auf dem Karton mit "Exp" angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.
 

Packungen

1 Schachtel mit 1 Blister mit 1, 3 oder 6 Kautabletten.

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 65'791

Informationsstand: 12/2015

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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