Phenylbutazon - Pharmakologie
CliniPharm
Wirkstoffdaten
 

Eigenschaften

Phenylbutazon wirkt antiphlogistisch, analgetisch und weniger ausgeprägt auch antipyretisch (Jurna 1987; Plumb 1995; Ungemach 1994a). Zudem zeigt der Wirkstoff eine geringe urikosurische Komponente (Plumb 1995; Jurna 1987).
 

Wirkungsmechanismus

Alle nichtsteroidalen Entzündungshemmer bewirken eine Hemmung des Enzyms Cyclooxygenase, welches die Umwandlung der Arachidonsäure zu Prostaglandinen und anderen Eicosanoiden (Prostacyclin, Thromboxan) vermittelt.
Man unterscheidet zwei Isoenzyme der Cyclooxygenase: die Cyclooxygenase-1 (COX-1) und die Cyclooxygenase-2 (COX-2).
 
Das Enzym Cyclooxygenase-1 ist ein konstitutives Enzym und in relativ konstanter Konzentration in vielen Geweben, wie z.B. Thrombozyten, Endothelzellen, glatte Muskelzellen, Niere und Magen, zu finden. Dieses sogenannte "housekeeping enzyme" ist für die physiologischen Schutzfunktionen der verschiedenen Organe verantwortlich.
 
Die Cyclooxygenase-2 wird durch die Entzündung, bzw. durch pro-inflammatorische Cytokinine, bakterielle Lipopolysaccharide oder Tumornekrosefaktoren induziert und bildet innerhalb kurzer Zeit grosse Mengen entzündungsfördernde Prostaglandine, welche wiederum zu den klassischen Entzündungssymptomen, wie Erythem, Schwellung und Schmerz führen.
 
Der entzündungshemmende Effekt der nichtsteroidalen Entzündungshemmer beruht also auf einer Hemmung der COX-2, während die unerwünschten Nebenwirkungen auf die Hemmung der COX-1 zurückzuführen sind (Kay-Mugford 2000; Moncada 1975; Poulsen Nautrup 1999; Vane 1998).
 

Phenylbutazon

Der Wirkungsmechanismus von Phenylbutazon besteht, wie bei allen nichtsteroidalen Entzündungshemmern, im wesentlichen in einer Aktivitätsminderung des Enzymes Cyclooxygenase und der daraus folgenden Reduktion der Prostaglandin- und Thromboxansynthese (Plumb 1995; Rubin 1986; McAnulty 1983; Wilkie 1990; MacAllister 1993; Burrows 1981a).
 

Wirkungsdauer

Beim Pferd hält der analgetische Effekt nach einer täglichen intravenösen Applikation von 4,4 mg/kg über 4 Tage etwa 24 Stunden nach der letzten Gabe an. Eine Dosiserhöhung auf 8,8 mg/kg führt nicht zu einer Wirkungssteigerung, verlängert jedoch die Wirkungsdauer, da die Eliminationshalbwertszeit mit der Dosis ansteigt (Hu 2005)
 

Weitere Effekte

Aus dem Wegfall der Prostaglandinwirkungen ergeben sich folgende Konsequenzen:
 
-verminderter renaler Blutfluss (Wilkie 1990; Plumb 1995; Rubin 1986)
-verminderte glomeruläre Filtrationsrate (Wilkie 1990; Plumb 1995)
-Wasser- und Natriumretention (Wilkie 1990; Mentz 1987)
-Wegfall der hemmenden Effekte auf die Magensäureproduktion, mit dem Resultat einer gastralen Hyperazidität (Wilkie 1990).
-Ausbleiben einer Gegenregulation zu lokalen Vasokonstriktionen, mit der Folge von minderdurchbluteten Arealen, wovon besonders die Nieren und die Magenschleimhaut betroffen sind (Rubin 1986; Wilkie 1990; MacAllister 1993).
-Sistieren des Nachschubes von Basalzellen an die Magenschleimhaut-Oberfläche zur Reparatur von Läsionen (MacAllister 1993).
-Zusätzlich kommt es zu einer verminderten Aggregationsfähigkeit von Thrombozyten (Plumb 1995) und es wird eine Einschränkungen der Hydroxylierungsfähigkeit von Hormonen und Medikamenten beschrieben.
 
©2013 - Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Winterthurerstrasse 260, 8057 Zürich, Schweiz
Es kann keinerlei Haftung für Ansprüche übernommen werden, die aus dieser Webseite erwachsen könnten.