Polymyxin - Unerwünschte Wirkungen
CliniPharm
Wirkstoffdaten
 

Lokale Nebenwirkungen

Injektionsschmerz

Nach u.a. i.m. Injektion (Kroker 2003d) von Polymyxinen sind Schmerzen am Injektionsort möglich (Barnett 1964; Beveridge 1967).
 

Systemische Nebenwirkungen

Nieren

Das nephrotoxische Potential variiert unter den verschiedenen Polymyxinen (Brownlee 1952). Polymyxin B (PMB) und Colistin sind deutlich weniger nephrotoxisch als Polymyxin A (M), C oder D (Hoeprich 1970). Die wichtigste Nebenwirkung der Polymyxine ist ihre Wirkung auf das Epithel der gewundenen Tubuli der Nieren. Bei Polymyxin A und D sind diese Veränderungen schwergradig, aber reversibel, und sie sind bei Ratten, Kaninchen, Hunden und Menschen nachweisbar. Bei PMB ist diese nephrotoxische Wirkung viel weniger offensichtlich (Brownlee 1952).
 
Bereits nach der systemischen Gabe therapeutischer Dosen Polymyxin ist eine Nephrotoxizität möglich, welche sich in Proteinurie, Hämaturie sowie Oligurie äussert (Kroker 2003d). Gewisse Autoren sind der Meinung, dass die nephrotoxische Wirkung dosisabhängig (Elwood 1966) sowie nach Ende der Verabreichung reversibel ist (Michalopoulos 2005; McEvoy 1992; Price 1970).
 
Die parenterale Gabe von 2,5 mg/kg/Tag oder noch grösseren Dosen Polymyxin führte beim Menschen oft zu Proteinurie, Zylindrurie sowie Hämaturie. Mit Dosen über 3 mg/kg/Tag tritt eine Stickstoff-Retention auf und die glomeruläre Filtrationsrate nimmt ab. Diese Störungen der Nierenfunktion tendieren mit der Verlängerung der Verabreichungsdauer zuzunehmen. Sie sind reversibel, allerdings nur, wenn die Behandlungsdauer kurz ist. Bei Patienten mit einer normalen Nierenfunktion führt die Verabreichung von 2,2 mg/kg/Tag oder weniger während 2 Wochen zu keiner bedeutenden Nephrotoxizität. Bei beeinträchtigter Nierenfunktion ist Vorsicht geboten, da Dosen von 1,5 mg/kg/Tag Polymyxin (oder sogar weniger) zu einer zusätzlichen Depression der Nierenfunktion führen können (Jawetz 1961).
 

Immunsystem

Polymyxine sowie andere stark ionische Agentien setzen Histamin aus Mastzellen frei (Giertz 1998; Vaara 2008). Dies kann die Therapie von Patienten mit cystischer Fibrose, welche Polymyxin als Aerosol erhalten, erschweren (Vaara 2008).
 

Nervensystem / Muskulatur

Polymyxine besitzen neurotoxische und muskelrelaxierende Eigenschaften, welche sich in Paresthesie, Ataxie, neuromuskulärer Blockade, Apnoe sowie peripherer Atemlähmung äussern (Kroker 2003d). Vermutet wird, dass diese Nebenwirkungen dosisabhängig sowie reversibel sind (Michalopoulos 2005).
 
Für weitere Informationen siehe unter Polymyxin B und Colistin.
 
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