| Megestrol - Indikationen |
CliniPharm Wirkstoffdaten |
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Hund
Brunstverhinderung
Das Hormon wird an Hündinnen verabreicht, die sich im Anoestrus befinden, um die Läufigkeit zu verhindern (Allen 1996b; Feldmann 1996; Cain 1992; Concannon 1995; Cain 1995; Plumb 1995). Durch die alle 3 bis 6 Monate wiederholte Verabreichung wird eine langzeitige Verhinderung der Läufigkeit erzielt, doch besteht ein erhöhtes Risiko hinsichtlich der Auslösung unerwünschter Nebenwirkungen (Allen 1996b). Es wird daher empfohlen, den Anoetrus nicht über mehr als 2 Jahre auszudehnen (Allen 1996b; Feldmann 1996).
Brunstunterdrückung
Das Hormon wird an Hündinnen verabreicht, die sich im Prooestrus oder im frühen Oestrus befinden, um den beginnenden Oestrus zu unterdrücken (Allen 1996b; Feldmann 1996; Cain 1992; Concannon 1995; Plumb 1995). Zur Unterdrückung der beginnenden Läufigkeit sollten oral wirksame Progestagene den injizierbaren Präparaten vorgezogen werden (Allen 1996b).
Pseudogravidität
Megestrolazetat hat sich als sehr wirksam bei der Behandlung der Pseudogravidität erwiesen (Allen 1996b; Feldmann 1996; Plumb 1995). Gewöhnlich zeigen die Hündinnen nach 3 Tagen wieder ihr normales Verhalten (Allen 1996b). Doch bevor man der Hündin Gestagene verabreicht, muss eine seriöse Anamnese erfolgen, um eine mögliche Trächtigkeit auszuschliessen. In unklaren oder zweifelhaften Fällen sollte die Hündin auf eine Trächtigkeit hin untersucht werden (England 1998).
Benigne Prostatahyperplasie
Megestrolazetat ist durch seine antiandrogene Wirkung bei der Behandlung der benignen Prostatahypertrophie wirksam (Thompson 1995; Barsanti 1995; Klausner 1995). Die Therapie der Wahl bei dieser Krankheit wäre aber die Kastration des Rüden, was von den Besitzern oft abgelehnt wird. Der Vorteil bei der Megestrolazetatbehandlung liegt darin, dass der Wirkstoff die 5alpha-Reduktase und die LH-Freisetzung hemmt, aber die Samenqualität nicht negativ beeinflusst (Klausner 1995).
Prostatitis
Die bakterielle Prostatitis ist die häufigste Erkrankung der Prostata bei intakten Rüden. Megestrolazetat kann zur temporären chemischen Kastration des Rüden verwendet werden, um das Prostatavolumen zu verkleinern, bis die Infektion unter Kontrolle ist (Klausner 1995).
Katzen
Brunstunterdrückung
Es gibt drei wichtige Indikationen, den Oestrus bei Kätzinnen zu unterdrücken:
| 1. | Verzögerung der Fortpflanzungsaktivität bei Katzen mit vorzeitiger Pubertät, z.B. bei orientalischen Katzen |
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| 2. | Unterdrückung des Oestrus post partum und während der Laktation |
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| 3. | Geburtenplanung, z.B. in Zuchten (Gruffydd-Jones 1996; Feldmann 1996; Plumb 1995) |
Nidationsverhinderung
Es gibt Hinweise darauf, dass Megestrolazetat die Implantation verhindern kann, wenn der Wirkstoff bis zu 12 h nach einer ungewollten Paarung verabreicht wird. Die Verwendung des Präparates für diese Indikation ist bis jetzt erst wenig erprobt worden (Gruffydd-Jones 1996).
Verhaltensstörungen
Progestagene werden auch bei Verhaltensproblemen wie Harnabspritzen und Markieren oder Aggressivität eingesetzt (Gruffydd-Jones 1996; Hart 1980; Plumb 1995). Harnspritzen und Markieren wird meistens von männlichen Tieren praktiziert, doch auch weibliche Tiere zeigen dieses Verhalten. Die Progestagentherapie ist allgemein in ca. 30% der Fälle erfolgreich. Ca. 48% der männlichen und ca. 13% der weiblichen Tiere sprechen auf die Therapie an. Auch ist die Behandlung erfolgreicher bei Katzen, die alleine gehalten werden (ca. 50%) als bei Katzen, die mit anderen Katzen zusammenleben (ca. 18%) (Hart 1980).
Hauterkrankungen
Bei bestimmten Hautproblemen, wie eosinophilen Granulomen und beim miliaren Ekzem, können Progestagene eingesetzt werden (Gruffydd-Jones 1996; Plumb 1995). Ausserdem wird Megestrolazetat zur Behandlung von psychogenen Alopezien und Dermatitiden und als alternative Therapie von immuninduzierten Hauterkrankungen eingesetzt (Plumb 1995). Megestrolazetat soll in Kombination mit Thyroxin oder Liothyronin einen positiven Effekt bei feliner symmetrischer Alopezie haben (Schmeitzel 1990). Bei der chronischen Progestagenapplikation darf man die möglichen Nebenwirkungen nicht ausser Acht lassen (Gruffydd-Jones 1996).
Idiopathische Epilepsie
Gewisse idiopathische Epilepsien lassen sich durch Progestagenapplikation kontrollieren. Aber die Verwendung der Progestagene für diese Indikation beruht auf der klinischen Erfahrung und nicht auf kontrollierten Untersuchungen (Gruffydd-Jones 1996).
Chronische Gingivitis
Progestagene können auch bei Katzen mit chronischen Gingivitiden zu positiven Resultaten führen (Gruffydd-Jones 1996; Plumb 1995).
Zusatztherapie bei persistierender Hämaturie und Urethritis ohne Obstruktion
Megestrolazetat kann bei Katzen, die an persistierender Hämaturie und Urethritis leiden, aber keine Obstruktion der Harnwege aufweisen, als zusätzliche Therapie angewendet werden. Harnsansäuerung, Erhöhung der Kristalllöslichkeit im Urin und, falls erforderlich, eine spasmolytische Therapie werden als parallele Massnahmen ergriffen (Plumb 1995).
Pferd
Abortprophylaxe
Siehe Progesteron
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