| Benzetimid - Indikationen |
CliniPharm Wirkstoffdaten |
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Allgemein
Antidiarrhoika
Soweit nicht stark schmerzhafte abdominale Krämpfe auftreten, sind bei einer Vielzahl von Diarrhoeformen die Anwendung von Parasympatholytika wie Benzetimid nicht indiziert und zum Teil sogar kontraindiziert. Die Anwendung ist sinnvoll, wenn die Diarrhoe durch einen erhöhten Parasympathikotonus ausgelöst wurde, z.B. bei psychogener Ursache, nach Ueberdosierung mit Parasympathomimetika oder bei Vergiftungen mit Organophosphaten und Carbamaten (Ungemach 2003e). Diarrhoe kann in Verbindung mit einer intestinalen Hypo- oder auch Hypermotilität auftreten. Die Hauptwirkung von Anticholinergika bei Diarrhoe ist wahrscheinlich auf die antisekretorische Wirkung zurückzuführen (Boothe 2001a).
Aus folgenden Gründen kann die unspezifische Anwendung von Parasympatholytika bei Diarrhoe wirkungslos oder sogar kontraindiziert sein:
| - | Vielfach liegt bei Diarrhoe nicht eine erhöhte, sondern eine verminderte Motorik und ein reduzierter Tonus der Darmmuskulatur vor. |
| - | Der Tonus der Darmmuskulatur und des Analsphinkters werden unspezifisch gehemmt. Sowohl die rhythmische segmentale Kontraktion als auch die propulsive Motorik werden reduziert, was zur Bildung eines "offenen Darmrohrs" führt. Die Transit- und Kontaktzeit des Darminhalts wird weiter herabgesetzt, was zu einer verstärkten Diarrhoe führen kann (Ungemach 2003e). |
Wiederkäuer
Im Vergleich zur alleinigen antibakteriellen Behandlung einer Diarrhoe beim Rind und Kalb, wird bei zusätzlicher Anwendung von Benzetimid der Krankheitsverlauf erheblich verkürzt (Fischer 1975). Der Behandlungserfolg vergrössert sich, wenn zudem eine Diät verabreicht wird (Symoens 1974). Aufgrund der langen Wirkungsdauer genügt in der Regel eine einmalige Verabreichung, falls die Ursache für die Diarrhoe erkannt und therapiert wurde. Falls erforderlich, kann die Einzelbehandlung nochmals wiederholt werden (Marsboom 1971).
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