Allgemein
Rind und Schwein
Das pharmakokinetische Profil von Tulathromycin nach einmaliger subkutaner (Rind) bzw. intramuskulärer (Schwein) Injektion von 2,5 mg/kg ist charakterisiert durch eine rasche und umfangreiche Resorption von der Injektionsstelle, gefolgt von einer sehr guten Verteilung und einer langsamen Ausscheidung. Im Lungenhomogenat wurden in-vitro beträchtlich höhere Tulathromycin-Konzentrationen als im Plasma nachgewiesen. Es deutet darauf hin, dass Tulathromycin in den Neutrophilen und alveolaren Makrophagen akkumuliert (EMEA 2004f; Anadon 1999b; Benchaoui 2004; Evans 2005). Die in-vivo-Konzentration am Infektionsort in der Lunge ist jedoch unbekannt (EMEA 2004f). Die Eliminationshalbwertszeit im Lungengewebe ist lang, sie beträgt 6 Tage beim Schwein (Benchaoui 2004) und 8 Tage beim Rind (EMEA 2004e).
Nach Erreichen der Maximalkonzentration erfolgt ein langsamer Abfall der systemischen Verfügbarkeit. Die Eliminationshalbwertszeit im Plasma beträgt 90 (Rind) bzw. 91 (Schwein) Stunden (EMEA 2004f).
Absorption und Verteilung
Tulathromycin wird sowohl nach subkutaner, als auch intramuskulärer Injektion schnell und vollständig von der Injektionsstelle resorbiert und sehr gut verteilt (EMEA 2004f; Benchaoui 2004).
Metabolismus und Ausscheidung
Tulathromycin wird beim Rind und Schwein nur zu einem geringen Ausmass metabolisiert. Im Kot und Urin, sowie in Leber, Galle und anderen essbaren Geweben findet sich hauptsächlich unveränderte Ausgangssubstanz. Nur weniger als 10% der verabreichten Dosis wird durch N-Demethylation oder N-Oxidation der Desosamingruppe, Abspaltung oder N-Depropylation der Cladinosegruppe und Hydrolyse des Lactonringes metabolisiert.
Die Exkretion von Tulathromycin verläuft langsam, aber vollständig. Bei Schweinen werden innerhalb von 23 Tagen 2/3 der verabreichten Dosis im Kot und 1/3 im Urin ausgeschieden. Bei Rindern verläuft die Exkretion noch etwas langsamer, innerhalb von 40 Tagen werden ca. 70% der verabreichten Dosis ausgeschieden, wobei ca. 40% im Urin und 32% im Kot zu finden sind (EMEA 2004e).
Bioverfügbarkeit
Die Bioverfügbarkeit beträgt beim Rind nach subkutaner Verabreichung etwa 90% (EMEA 2004f), beim Schwein nach intramuskulärer Verabreichung etwa 88% (Benchaoui 2004).
Nach oraler Verabreichung ist die Bioverfügbarkeit wesentlich niedriger (EMEA 2004e).
Plasmaproteinbindung
Die Plasmaproteinbindung ist sowohl beim Rind, als auch beim Schwein gering. Sie liegt bei ca. 40% (EMEA 2004f).
Wirkstoffspiegel
Maximalkonzentration im Plasma (Cmax)
Maximalkonzentration in der Lunge (Homogenat)
Zeitpunkt der max. Konzentration im Plasma (tmax)
Zeitpunkt der max. Konzentration in der Lunge (Homogenat)
Konzentrationsverlauf in der Lunge (Homogenat)
| Schwein (2,5 mg/kg i.m.): | 2,84 µg/g nach 12 h |
| 3,47 µg/g nach 24 h |
| 2,69 µg/g nach 72 h |
| 1,70 µg/g nach 6 Tagen |
| 1,24 µg/g nach 10 Tagen |
| 0,65 µg/g nach 15 Tagen (Benchaoui 2004) |
Konzentrationsverlauf im Plasma
| Schwein (2,5 mg/kg i.m.): | 0,114 µg/ml nach 12 h |
| 0,135 µg/ml nach 24 h |
| 0,058 µg/ml nach 72 h |
| 0,024 µg/ml nach 6 Tagen |
| 0,007 µg/ml nach 10 Tagen |
| 0,003 µg/ml nach 15 Tagen (Benchaoui 2004) |
Verteilungsvolumen
Das Verteilungsvolumen bei steady state (VSS) beträgt nach intravenöser Applikation beim Rind 11 l/kg (EMEA 2004f), beim Schwein 13,2 l/kg (Benchaoui 2004).
AUC
AUC Lunge : AUC Plasma
Eliminationshalbwertszeit im Plasma
| Rind (2,5 mg/kg s.c.): | 90 h |
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| Schwein (2,5 mg/kg i.m.): | 91 h (EMEA 2004f) |
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