Tulathromycin - Toxizität
CliniPharm
Wirkstoffdaten
 

Anwendungssicherheit / Akute Toxizität

Toxizitätsstudien mit Ratten und Hunden zeigten, dass Tulathromycin bei oraler Applikation einer Einzeldosis eine geringe, bei intravenöser Applikation eine mittlere Toxizität aufweist. Die letale Dosis bei oraler Verabreichung ist grösser als 1000 mg/kg bei Hunden und grösser als 2000 mg/kg bei Ratten. Beim Hund führen 100 mg/kg zu milden gastrointestinalen Störungen, wie z.B. Erbrechen. Die höchste asymptomatische orale Dosis beträgt bei Ratten 300 mg/kg (EMEA 2004e).
 
Die maximale nicht letale intravenöse Dosis beträgt bei Hunden und Ratten 10 mg/kg. Die höchste asymptomatische Dosis liegt beim Hund unter 1 mg/kg (EMEA 2004e).
 
Beim Rind wurden nach Verabreichung des 3-, 5- und 10-fachen der empfohlenen Dosis in Verbindung mit lokalen Reaktionen an der Injektionsstelle vorübergehend Unruhe, Kopfschütteln, Stampfen und kurzzeitige Inappetenz beobachtet. Geringgradige myokardiale Degenerationen wurden bei Rindern beobachtet, die das 5 - 6-fache der empfohlenen Dosis erhielten (EMEA 2004f; EMEA 2004e).
 
Bei jungen Schweinen wurden bei Verabreichung des 3- oder 5-fachen der empfohlenen Dosis in Verbindung mit lokalen Reaktionen an der Injektionsstelle vorübergehend Schreien und Unruhe beobachtet. Erfolgte die Injektion in die Hintergliedmasse, so wurde auch Lahmheit beobachtet (EMEA 2004f).
 
Bei Ziegen führte die subkutane Applikation von 25 mg/kg (10-faches der therapeutischen Dosis bei Rind und Schwein) zu einer schmerzhaften lokalen Reaktion an der Injektionsstelle. Ausserdem konnte ein signifikanter Anstieg der Kreatininkinase im Blutserum festgestellt werden (Washburn 2007).
 

Subchronische und chronische Toxizität

Die tägliche orale Gabe von 10, 50 bzw. 200 mg/kg über 1 Monat führte bei Ratten zu einem Anstieg der Leberenzyme, verminderten Lebergewichten und zu einer Vermehrung der Monozyten und Eosinophilen. Es wurde ein NOEL (no observed effect level) von 10 mg/kg/Tag festgelegt. Der NOEL für die 90-tägige Verabreichung liegt bei 5 mg/kg/Tag.
 
Beim Hund kommt es nach der täglichen oralen Gabe von 5, 15 bzw. 50 mg/kg über 1 Monat zu einem Anstieg der Leberenzyme, einer Abnahme des Serumproteins, einem Anstieg der Nierengewichte und sporadisch zu weichem Kot. Der NOEL liegt bei 15 mg/kg/Tag. Der NOEL für die 90-tägige Verabreichung beträgt 5 mg/kg (EMEA 2004e).
 

Reproduktion

Studien bei Labortieren haben keine Hinweise auf teratogene, fötotoxische oder maternotoxische Effekte ergeben. Der NOEL für die maternale und fetale Toxizität bei Ratten beträgt 15 mg/kg/Tag (EMEA 2004e). Die Verträglichkeit während der Trächtigkeit und Laktation beim Rind und Schwein wurde nicht überprüft (EMEA 2004f).
 

Karzinogene und neurotoxische Effekte

Tulathromycin zeigt keine genotoxischen, karzinogenen oder neurotoxischen Effekte (EMEA 2004e).
 

Vorsichtsmassnahmen für den Anwender

Tulathromycin reizt die Augen. Bei versehentlichen Kontakt sofort die Augen mit reichlich Wasser spülen.
 
Tulathromycin kann bei Hautkontakt zur Überempfindlichkeit führen. Bei versehentlichen Kontakt sofort mit Wasser und Seife reinigen.
 
Bei versehentlicher Selbstinjektion sofort einen Arzt aufsuchen (EMEA 2004f).
 

Humantoxikologie

Da Tulathromycin ausschliesslich für die Veterinärmedizin entwickelt wurde, sind keine Daten zur Humantoxikologie vorhanden. Tulathromycin ist jedoch eng mit dem in der Humanmedizin häufig verwendeten Azithromycin verwandt.
 
Der toxikologische ADI wurde basierend auf dem NOEL von 5 mg/kg/Tag der 90-tägigen Toxizitätsstudie bei Ratten und Hunden und einem Sicherheitsfaktor von 100, auf 0,05 mg/kg/Tag (3 mg/Person) festgelegt.
 
Der mikrobiologische ADI wurde rechnerisch ermittelt und liegt bei 0,011 mg/kg (0,66 mg/Person) (EMEA 2004e).
 
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